— immi and greg.

mckinlay, cattle and “the curry”.

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cattle.

Cloncurry liegt 785km westlich von Townsville, einen australischen Katzensprung von Mount Isa und ungefähr drei Mal München-Hamburg von Brisbane entfernt. Wir fahren die größtenteils kurvenfreie Strecke entspannt in 2 Tagen, übernachten in Maxwelton auf einem Rastplatz (und es ist bitterkalt in der Nacht). Unsere neue Heimat “Wynberg Station” liegt ca. 30km außerhalb von Cloncurry am Landsborough Highway.

mckinlay

Wir kommen am Samstag an, denn Chris (unsere Gastgeberin) meinte, in der Gegend ist ein Pferderennen und wir uns das mal ansehen sollten, denn hier ist ja sonst nicht soviel los. Samstagmittag stehen wir dann auf unserer Farm, nur ist weit und breit keiner zu sehen. Chris ist in Brisbane, wir rufen sie an, um zu fragen, wo denn wohl ihr Mann, Damien, sein könnte? Sie bestätigt uns nochmal: wir sollen nach McKinlay fahren, denn dort ist Pferderennen angesagt und Damien wird dort wohl anzutreffen sein – einfach irgendjemanden fragen (man kennt sich).

damien

Also fahren wir zu den McKinlay Races und finden Damien auf Anhieb. Nach dem zweitägigen Trip durchs “Nichts” kommt es uns irgendwie unreal vor, dass wir nun im Outback sind und uns Pferderennen ansehen! Zwar sind auch hier bei den Frauen ausgefallene Hüte angesagt, die Männer nehmen es eher relaxter – Hemd und Jeans (und Hut!) sind die Regel. Ein Bush Race ist eben kein Royal Ascot. Wir genießen die brennende Sonne, nachdem uns in Townsville schon wieder der Regen gefunden hatte und sind gespannt auf unseren ersten Tag Arbeit. Vorher allerdings nochmal eine Nacht im Van übernachten, was wir zitternderweise auch drei Stunden lang hinbekommen – danach warten wir bis die Sonne aufgeht.

hats

Immi arbeitet 2 bis 3 Tage die Woche im örtlichen Salon, verdient um Einiges mehr als in Deutschland und hilft die restliche Zeit im Haushalt, kocht und erledigt sonstige Kleinigkeiten wie Unkraut jäten oder den Garten wässern. Gregor hilft Damien auf den beiden Farmen (zusammen über 32.000 Hektar und einige tausend Rinder) bei allem was so anliegt: Zäune einziehen und flicken, Tröge reparieren oder ersetzen, Rinder zusammentreiben und draften (d.h. selektieren und ordnen verschiedener Typen: Kälber, Bullen, Kühe, Jungtiere die von den Müttern getrennt werden, usw.) und erstellt nebenbei eine GPS-Karte der Farm.

greg

Gleich in der zweiten Woche unserer Ankunft ist “Mustering” angesagt…ein Highlight für uns, obwohl wir erstmal gar nicht wissen was los ist. Das große Familienhaus (wir sind in den Arbeiterquartieren untergebracht) füllt sich von Donnerstag über das Wochenende mit Freunden und Verwandten, es wird viel gekocht und getrunken und am Freitagmorgen gehts dann los. Gregor nimmt Damiens Land Cruiser und fährt erstmal langsam an den Ort des Geschehens.

donald

Von Donald, einem Freund von Chris und Damiens Söhnen, erfahren wir, was das ganze eigentlich soll.
Die Rinder werden irgendwann alle zu Steaks, werden aber nicht wie in Deutschland den Großteil ihres Lebens in Stallungen gehalten, sondern in “freier” Wildbahn. Drei- bis viermal im Jahr werden die Rinder aus den unterschiedlichen Koppeln oder Weiden zusammengetrieben und zu den Yards gebracht.
Dazu braucht man Motorräder, Quads, Autos, natürlich Pferde und bei 32.000 Hektar auch einen Helikopter. Wir sehen eine Staubwolke auf uns zurollen und realisieren dann erst, dass es hunderte Kühe und Bullen sind. Diese stoppen einige Meter von uns – es ist gut zu sehen, dass die Tiere auch in einer großen Herde Respekt vor einzelnen Menschen haben.

chris

Wir bringen die Tiere zu den Yards. Gregor springt auch mal aufs Motorrad und knattert durch Büsche und Flußläufe um die Herde beisammen zu halten. Nach einem langen Tag treffen wir noch den Bürgermeister, der mitten auf dem Grundstück mit einer Kühlbox voll Bier wartet. Es geht nach Hause in eine lange Nacht. Uns geht es richtig gut und wir lernen eine Menge Leute kennen.

lads

Am nächsten Tag dann sogenanntes Yardwork. Nichts für Angsthasen und höchstwahrscheinlich auch abschreckend für Vegetarier. Gregor springt mit in die zwei Meter hohen Metallzäune (worauf man sich retten kann, sollte ein Bulle mal Blut geleckt haben) und treibt die Tiere mehr oder weniger professionell durch die Tore.
Es staubt mächtig und wir trennen Strangers (fremde Rinder) von unseren, Mütter von Weanern (Kälbern fortgeschrittenen Alters), Kälber und Bullen. Jetzt kommt der Wildwest-Teil. Die Kälber werden gebrandet und bekommen ein Earmark (zur Identifikation durch die Farmer), ein NLIS-Tag (ein Knopf im Ohr für die Registrierung), werden gegebenenfalls kastriert (da Rinder nicht Mutter von Sexualpartner unterscheiden können und man spezielle Zuchtbullen hat) und enthornt (damit sie sich bei Kämpfen und beim Transport nicht verletzen). Wir sind überrascht wie schnell und professionell alles vonstatten geht – diese ganzen Prozeduren sind für uns ja was ganz neues, aber interessant.

brand

Wir bringen die Kälber zurück zu den Müttern und treiben die Tiere dann in unterschiedliche Koppeln. Die “Weaner” müssen noch ein bisschen warten, bis ihre Mütter “austrocknen” (klingt doof, ist aber so). Denn ansonsten saugen sie weiter am Euter bis es nicht mehr geht.

Am nächsten Tag dann nochmal dasselbe und dann ist erstmal wieder Schluss. Gregor hilft bei Aufräumarbeiten, schweißt ein paar Tore zusammen und findet sich auch mit der Zeit (und mit Hilfe des GPS) immer besser zurecht.

immi

Als Chris sagte, wir sollten uns das Rennen ansehen, denn hier ist nicht viel los, muss sie wohl gescherzt haben. Wir sind fast jedes Wochenende auf irgendeine Geburtstagsfeier eingeladen, gehen auf Rodeos oder andere Veranstaltungen und sind jedes Mal sehr, sehr betrunken. Wir haben schon einige Leute kennengelernt und jeder hat hier einen Scherz auf den Lippen und ein bisschen Smalltalk auf Lager. Zwar sind die Nächte manchmal kalt, aber Temperaturen von knapp 30°C tagsüber machen das wett.

toyota

Und Gregor liebt es hier, auf dem Männerspielplatz: Dirtroads soweit das Auge reicht, Lagerfeuer, Steak vom Grill, Motorrad, Quad und 4WD immer zur Verfügung. Immi gefällt es auch sehr gut, denn hier gibt es viele Familien mit vielen kleinen Kindern, Hunden, Katzen und sie entwickelt auch ein seltsames Interesse für Pferde. Mittlerweile ist sie sogar schon doppelt vergeben – Gregor teilt sich Immi mit Klein-Wylie, dem Bürgermeistersohn.

wiley

Uns geht es sehr, sehr gut. Wir werden gut verpflegt und die Arbeit auf einer Farm im Outback ist eine der besten Erfahrungen unserer Reise. Jeder der mal nach Australien kommt, sollte wenigstens ein paar Tage auf einer Farm verbringen. Ach und die Steaks hier sind absolut zum dahinschmelzen, alles Bio, die Rinder essen nur Gras, haben genug Platz und ein gutes Leben 🙂

Achso und hier sagt man nicht “Alright.” sondern einfach nur “Righto.”. Bis später!

Mehr Bilder in der Slideshow und auf Flickr.

gb

cattle.

Cloncurry is located 785km west of Townsville, an Australian stone’s throw away from Mount Isa and approximately three times the distance Munich-Hamburg from Brisbane. We are doing the mainly straight track pretty relaxed in two days, camp in Maxwelton (it’s freezing cold at night). Our new home “Wynberg Station” is located about 30km out of Cloncurry on the Landsborough Highway.

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We arrive on a Saturday, because Chris (our host) told us that there’s a horse race that day and we should really have a look because there’s not that much else going on. As we are standing on our farm on Saturday afternoon, there’s nobody there – nobody except the two dogs that is. Chris is in Brisbane, so we call her to ask whereabouts her husband, Damien, might be? She confirms: we should go to McKinlay, where the Bush Races take place and Damien will definitely be there – just ask anybody (because the folks know each other).

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So we’re off to the McKinlay Races and find Damien in the blink of an eye. After our two-day trip through the middle of “Nowhere” it appears slightly unreal to us to now be in the outback and to witness a horse race! Of course the ladies here are wearing fancy hats as well, but the blokes are more casual – shirt and jeans (and hat!) are the standard. After all a Bush Race is not Royal Ascot. We enjoy the scorching sun after the rain had found us back in Townsville and are anxiously looking forward to our first day of work. Before that we have to sleep in the van for another night which we endure for about three hours, shivering – after that we’re waiting for the sun to come up.

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Immi is working at the local hairdresser for two to three days a week, earns heaps more than in Germany and for the rest of the week helps with the housekeeping, cooking and does other stuff around house and garden. Gregor is helping Damien on the two properties (together more than 32.000 hectares and several thousand cattle) with almost everything: fencing, reparing and changing troughs, mustering and drafting cattle (which is the selection and “sorting” of different types: calves, bulls, cows, weaners, etc.) and along the way is working on a GPS map of the property.

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Just one week after our arrival the mustering starts…an absolute highlight for us although we don’t really know what’s going on. From Thursday on over the weekend the big homestead (we’re staying in the worker’s quarters) is filling up with friends and family, there’s heaps of cooking going on and on Friday morning the mustering starts. Gregor gets into Damien’s Land Cruiser and is driving slowly to the where the action takes place.

donald

Donald, a friend of Chris’ and Damien’s sons, explains to us what all that is about.
At some point, those cattle are becoming steaks but unlike in Germany where they spend most of their lives in big studs they are living out in the open. Three to four times a year the cattle are mustered from the different paddocks and are driven to the yards.
For that task you use motorbikes, quads, cars, obviously horses and to cover 32.000 hectares as well a helicopter. We just see a cloud of dust moving towards us and realize just then that this are some hundred cows and bulls. They just stop a few meters away from us – it is definitely good to see that the cattle have a healthy respect even though they’re in a big mob.

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We are taking the animals to the yards. Gregor also jumps on a motorbike and rattles through bushes and creeks to keep the mob together. After a long day we’re also meeting the mayor that encounters us in the middle of the property with an esky filled with beers. We’re going home for an even longer night. We’re feeling pretty good and get to know lots of people.

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The yardwork starts the next day. Not for cowards and probably pretty daunting to vegetarians. Gregor gets in between the two meter high metal fences (where you can jump on should a bull decide to charge) and drafts the cattle more or less professional through the gates.
It’s pretty dusty and we divide strangers (“foreign” cattle) from ours, mom cows from weaners (calves of a certain age), calves and bulls. Now the wildwest part follow. The calves are branded and get and earmark (to be identified by the farmer), and NLIS-tag (a little button in their ear for the registration), are castrated if necessary (because cattle can’t really tell their mother from another sexual partner and because you have special breeding bulls) and dehorned (so they don’t hurt themselves during fights or transport). We are surprised how quick and professional everything is – the whole procedure is something completely new, but definitely interesting.

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We are taking the calves back to their mothers and drive the cattle into different paddocks. The weaners have to wait a bit at the yards for their moms to “dry up” (sound strange but that’s it). Otherwise they would suck the udders until the bitter end.

Same program the next day and after that it’s done for now. Gregor helps cleaning up the yards, welds a couple of gates and knows his way around the property (with some help of the GPS) better and better.

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Chris must have been joking when she said there’s not much going on around here. Almost every weekend we’re invited for a birthday party, attend rodeos or other events and are for the first time in a long while pretty, pretty drunk. We already got to know some people and everybody around here always got some joke or story to tell. Though the nights are sometimes cool, but temperatures of over 30°C during the day make us forget that pretty quickly.

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Gregor just loves it here, on the man’s playground: dirtroads everywhere you look, campfires, steak cooked on the BBQ, motorbike, quad and 4WD alway at hand. Immi also likes it because there are many families with lots of little children, dogs, cats and strangely she is starting develop an interes in horses. Meanwhile she is also committed twice – Gregor shares Immi with little Wylie, the mayor’s son.

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We are very, very well. We enjoy good food and working on a property in the outback is one of the best experiences of our trip. Everybody who is visiting Australia should at least stay on a farm for a couple of days. Ah…and the steaks out here are a dream, all organic, the cattle only eat grass, have enough space and a good life 🙂

And: you don’t say “Alright.” out here – it’s called “Righto.”. See you later!

More pictures in the slideshow and on Flickr.

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