— immi and greg.

the big trip (II of III): sydney to melbourne.

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Es ist wirklich langweilig. Langweilig und windig. Auf dem Weg nach Canberra fühlt man sich, als würde man weit weg von allem fahren – tut man ja auch. Uns ist immer noch nicht so wirklich klar, wie die Australier auf die Idee kommen konnten eine Planstadt mitten im Nirgendwo zu ihrer Haupstadt zu erklären (und das alles nur weil Sydney und Melbourne sich nicht einigen wollten…).

Als sich die Landschaft endlich mal ein bisschen ändert, eröffnet sich vor uns eine riesige Ebene, welche sich bis Canberra erstreckt. Es wird merklich kühler und windiger. Wir erreichen Canberra und es klart glücklicherweise etwas auf. Der erste Eindruck, dass diese Stadt das australische Äquivalent zu Warschau ist, vergeht allerdings nicht so schnell. Courtney, eine Freundin aus Brisbane arbeitet hier für die australische Regierung – sie ist natürlich noch im Büro und so machen wir uns auf zu einer kleinen Sightseeing-Tour, besuchen den Parliament Hill und die Aboriginal Embassy (ein kleiner Container im Park vor dem Parlamentsgebäude). Wir treffen Courtney und machen uns einen schönen Abend bei ihr zu Hause, tauschen Geschichten aus und trinken ein paar Bier mit ihren Freunden.

Am nächsten Tag besuchen wir eine der Discount Malls und Gregor bekommt ein paar Schuhe und endlich Flip Flops in seiner Größe. Eigentlich ist Canberra gar nicht so schlecht, aber das kühle Wetter und die Blätter, die der Wind von den Bäumen bläst, lassen eine leichte Herbstdepression in uns aufkommen – wir entscheiden früh am nächsten Morgen aufzubrechen um dieser Kühle zu entkommen.

Wieder einmal geht es ziemlich geradeaus nach Süden. Die Landschaft ist toll, grüne Hügel und kleine Ortschaften und Aldis mit integriertem Liquorstore. Wir halten nur kurz an um Lebensmittel aufzufüllen und verlassen die Hochebene in Richtung Victoria. In Cann River treffen wir endlich wieder auf den Küstenhighway 1 und folgen diesem nach Westen. Am nächsten Tag wollen wir den Nationalpark Wilsons Promontory besuchen und fahren soweit wie möglich in dessen Nähe.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den spiegelglatten Lake Wellington – es ist immer noch kühl (im Winter in Australien nach Süden zu fahren ist natürlich dasselbe als wenn man im Winter in Europa nach Norden fährt…es wird auf jeden Fall nicht wärmer). Wir haben einen sehr entspannten Abend und schauen den Möwen und Pelikanen zu, die diesen Ort scheinbar ziemlich mögen.

Schnell weiter am nächsten Morgen – Wilsons Promontory (oder einfach nur Prom) ist so etwas wie Victorias Juwel an der Südküste. Oder einfach nur ein Nationalpark mit Sackgasse. Zum Glück sind wir früh aufgebrochen und erreichen kurz vor Mittag den Eingang zum Nationalpark. Die Landschaft ist komplett naturbelassen. Dichtes Buschland säumt die Straße – nur als wir endlich den ersten Hügel hinauffahren wird uns klar wie groß dieser Park eigentlich ist. Der größte Teil ist mit dem Auto nicht zu erreichen – da wir aber nur wenig Zeit haben, erkunden wir soviel wie möglich.

Wir besuchen ein paar der Strände, darunter das großartige Picnic Bay und bestaunen die gewaltigen Steinbrocken, die die Zeit dort sehr nett aufgeschichtet hat. Tidal River ist ein Fluss, der in den Ozean mündet und wir folgen seinem Verlauf für einige Zeit, bevor wir weiter müssen. Scheinbar hat vor nicht allzu langer Zeit ein gewaltiges Feuer im Prom gewütet, denn viele der Bäume sind nur noch trockenes, graues Gestrüpp.

Wir hätten es an diesem Tag nicht mehr bis nach Melbourne geschafft und machen deswegen früher Rast. Wir finden einen kostenlosen Zeltplatz am Cape Liptrap. Der Umweg ist es auf jeden Fall wert – auf diesem Teil der Reise hatten wir noch nie so einen komfortablen Campingplatz. Auch war der Platz direkt am Meer, was wir wirklich genossen.

Am nächsten Morgen führt uns unsere Reise vorbei an Kuhweiden direkt am Ozean über einige sehr hügelige Abschnitte zurück auf den Highway. In Melbourne wollen wir Sam und seine Freundin Bene besuchen – Gregor arbeitete in Brisbane mit Sam und wir hatten uns sehr über seinen Umzug gefreut.
Als wir ankommen schläft Sam (Beruf: Barkeeper) noch und wir helfen ihm mit einem Kaffee beim Aufwachen.

Nach einem kurzen Frühstück springen wir gleich in sein Auto, holen Bene von ihrem Job ab und fahren durch die Stadt. Melbourne scheint noch älter als Sydney zu sein und irgendwie fühlen wir uns sehr wohl. Leider haben die beiden kein Gästezimmer und somit müssen wir in unserem Van auf der Straße schlafen. Wir haben uns bisher ziemlich schnell fortbewegt, da wir uns schon denken konnten, dass wir ein bisschen mehr Zeit in Melbourne verbringen wollen – dass es fast eine Woche wird, hätten wir aber auch nicht gedacht.

Wir erkunden die Stadt in den kommenden Tagen auf eigene Faust, streifen durch die Cafés und Second Hand Läden in Fitzroy und Brunswick, erkunden die Nebenstraßen, kleinen Boutiquen und Fahrradläden. Immi könnte Wochen, wenn nicht sogar Jahre, hier verbringen. Sams Bar ist in einer der prominentesten Laneways Melbournes und wir verbringen einige Abende dort; nachdem die normale Kundschaft verschwunden ist, wird einfach die Vordertür verriegelt und wir haben ein paar lustige Stunden.
Am Karfreitag müssen alle Bars um 24 Uhr schließen – leider macht der öffentliche Nahverkehr um die selbe Zeit dicht und wir warten fast vier Stunden auf ein Taxi. Die vergleichsweise niedrigen Temperaturen machen uns ein bisschen zu schaffen und am nächsten Tag ist erst einmal Erholung angesagt.

Uns gefällt Melbourne von allen Städten in Australien bisher am besten. Die vielen alten Gebäude und das europäische Flair geben uns das seltsame Gefühl, diese Stadt schon zu kennen. Auch gehen die Bezirke hier mehr ineinander über und man muss nicht immer ins Auto steigen um irgendwo hinzukommen – die Straßenbahnen sind fantastisch und verglichen mit anderen Orten sind viele Dinge einfach günstiger.

Einen Tag vor unserer Abreise fahren wir zusammen mit Sam und Bene noch nach Brighton um uns die berühmten Strandhäuser dort anzusehen. Wir erwartet ist natürlich alles voll mit Touristen, was allerdings nicht so schlimm ist. Das Wetter ist halbwegs gut und wir trotten eine Stunde am Strand herum, bevor es uns in den Pub zieht. Nach einem letzten indischen Abendessen verabschieden wir uns von Sam und Bene und somit auch von der Ostküste.

Vor uns liegen nun mehrere tausend Kilometer Landstraße nach Western Australia. Die Zeit wird ein bisschen knapp und wir entscheiden uns lediglich die Great Ocean Road zu besuchen und ansonsten auf größere Reiseexperimente zu verzichten.
Zwar verpassen wir dann das angeblich sehr schöne Kangaroo Island und Adelaide – wir nehmen das aber in Kauf und machen uns frohen Mutes auf die Reise.

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Mehr Fotos in der Slideshow:

gb

It’s boring. Boring and windy. On the way to Canberra you feel as if you were somehow driving far away from everything – maybe because this is the case. Somehow we still aren’t able to comprehend how the Australians came to the idea of erecting a planned city in the middle of nowhere and call this their capitol (and all this only because Sydney and Melbourne couldn’t settle their dispute…).

As the countryside finally changes a giant plain opens up in front of us which stretches until Canberra. It becomes cooler and even more windy. As we reach Canberra that weather luckily clears up a bit. Our first impression, that this city is the Australian equivalent to Warsaw, sadly doesn’t go away so quickly. Courtney, a friend from Brisbane, works here for the government and of course she is still at work by the time we arrive so we head out for a little sightseeing tour, visit Parliament Hill and the Aboriginal Embassy (a little container in the park in front of Parliament House). Afterwards we meet up with Courtney and get comfortable around her home, share a couple of stories and sip a few beers with her friends.

The next day we decide to visit some discount malls and Gregor finally gets his hands on some shoes and a pair of thongs in his size. We have to admit that Canberra isn’t so bad after all but the cool weather and the leaves that the wind blows off the trees give way to a slight autumnal depression – we decide to head out the next morning to get away from the cold.

Once again we’re heading pretty much straight South. The countryside is nice, green hills and small towns and Aldis with integrated liquorstore. We only stop for a short while to top up our supplies and leave the plains soon after to Victoria. In Cann River we finally get back onto the Coastal Highway 1 and follow it to the West. We want to visit the National Park of Wilsons Promontory the next day and try to get as close as possible.

We reach the glassy Lake Wellington shortly before nightfall – it’s still cool (in Australia to drive South in winter is similar to driving North in Europe…it definitely doesn’t get warmer). We have a relaxed evening and watch the seagulls and pelicans that seem to like this place.

We quickly get back on the road the next morning – Wilsons Promontory (or simply Prom) is something like Victoria’s jewel of the southern coast. Or a cul-de-sac National Park. We’re lucky that we got up early and reach the park’s gates around lunchtime. This country has completely been left to nature – thick bush grows next to the road and as we climb up the first hill we suddenly realise how big this park really is. You can’t reach most of it by car but as our time is limited we explore as much as possible.

We visit some of the beaches, most prominently the wonderful Picnic Bay and gaze at the giant rocks that time piled up there quite nicely. Tidal River is a river that runs into the ocean and we follow its turns for a while before we have to leave. It seems like there has been a massive fire not long ago as many of the trees are only grey, dry sticks.

We wouldn’t have made it to Melbourne that day so we decide to rest early. We find a free camping spot at Cape Liptrap. The detour definitely is worth the trip – we didn’t yet have a camping spot that comfortable during this part of our travels. Also the spot was adjacent to the ocean and we really enjoyed it.

The next morning our trip takes us past cattle pads in reach of the ocean and through some hilly parts before we are finally back on the highway. We want to visit Sam and his girlfriend Bene in Melbourne – Gregor has worked with Sam in Brisbane and we were happy to hear that he is moving to Victoria.
Upon our arrival Sam is still asleep (profession: barkeeper) and we help him to get up with some coffee.

After a short breakfast we jump into Sam’s car, pick up Bene from work and go for a drive around the city. Melbourne seems to be even older than Sydney and somehow we are quite comfortable here. Sadly our friends don’t have a room for us so we simply sleep in our van out on the street. We have been moving fairly quickly until now as we anticipated that we want to spend more time in Melbourne – we wouldn’t have thought that we would stay for a week, though.

In the following days we explore the city alone, stroll around the cafés and second hand stores in Fitzroy and Brunswick, peek into the side alleys, small boutiques and bike stores. Immi could spend weeks, if not years, here. Sam’s bar is located in one of the most prominent laneways of Melbourne and we spend a couple of evenings there; after the regular punters have left the staff locks the doors and we have some fun hours inside. On Good Friday all establishments have to close at 12 pm – public transport stopped as well which proves to be a problem. We wait for a taxi for about four hours and decide that we will have to relax the following day.

Of all the cities we have seen in Australia by now we like Melbourne the most. All the old buildings and the European flair give us the strange feeling to already know this city. The several districts are way more connected with each other and you don’t always have to get into a car to go somewhere – the trams are brilliant and compared to other places some things are just cheaper.

A day before our departure we go to Brighton together with Sam and Bene to see the famous beach houses. Of course everything is packed with tourists which isn’t too bad after all. The weather is mostly good and we trot around on the beach for an hour before heading to the pub. After a last indian dinner we say farewell to Sam and Bene and therefore the east coast.

Ahead of us are several thousand kilometers of highway to Western Australia. The time is getting a bit tight and we decide to visit the Great Ocean Road and pass on bigger travel experiments. Of course we will miss out on the supposedly very beautiful Kangaroo Island and Adelaide – but we accept that and are happily looking forward to the trip.

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