— immi and greg.

the big trip (III of III): melbourne to fremantle.

de

Wir wollen gar nicht so richtig weg aus Melbourne, müssen aber, denn Gregor beginnt am 15. April seine Arbeit in Fremantle. Wir folgen dem Highway 1 nach Südwesten bis Geelong und biegen dann auf die Great Ocean Road ab. Es ist Sonntag und das merkt man – jeder Hans und Franz ist mit Familie, Auto und Surfbrettern unterwegs und verstopft die Straßen und Parkplätze an einem der schönsten Küstenabschnitte Australiens.

Da wir erst relativ spät aufgebrochen sind, schaffen wir es nicht bis zu den Zwölf Aposteln und beschliessen für die Nacht in Cape Otway zu bleiben. Die Straße entlang der Küste windet sich in die Felsen hinein und man hat selten einen Abschnitt, auf dem man schneller als 50 fahren kann. Das ist auch ganz gut so, denn dann kann man sich wenigstens ein bisschen umsehen und die atemberaubende Natur in sich aufnehmen. Wir machen viele Pausen, sei es für Fotos oder einfach nur um mal kurz zu entspannen und ein bisschen frische Meerluft zu atmen.

Die Wälder sind sehr dicht in diesem Teil Australiens und wir wollen nochmal so viel Vegetation wie möglich sehen, bevor wir die 2000 km durch die Nullarbor (übersetzt “kein Baum”) fahren. Am späten Nachmittag kommen wir mit leichtem Nieselregen am Cape Otway an. Es ist stürmisch aber zumindest trocken – wir stapfen ein bisschen am Strand herum und sehen die Brandung gegen die Felsen peitschen. Da am nächsten Morgen der wohl interessanteste Abschnitt der Great Ocean Road auf uns wartet, gehen wir früh ins Bett.

Es ist fast noch dunkel als wir aufstehen und uns dicke Sandwiches zum Frühstück machen. Vom Cape Otway ist es nicht mehr weit bis zu den beeindruckenden Sandsteinformationen der 12 Apostel und London Bridge. Natürlich sind auch dort einige Touristen, aber nicht wirklich viele – es ist ein Montag im Herbst und zumindest die meisten Backpacker halten sich jetzt von dieser Gegend fern. Wir wandern über asphaltierte Wege die Steilküste entlang und machen viele Fotos.

Gregor ist kaum noch aufzuhalten und muss wirklich jeden Weg erkunden. Das erweist sich als clever, denn er findet auch noch andere Sachen wie zum Beispiel den Razorback in der Nähe der Loch Ard Gorge. Alles in allem wirklich atemberauben und wir sind beide sehr froh, dass wir uns entschieden haben den Weg nach WA mit dem Auto zurückzulegen. Die Gesteinsformationen allein entschädigen schon fast für die abertausenden Kilometer.

Leider können wir nicht ewig dort bleiben und so fahren wir weiter die nicht-mehr-so-Greate Ocean Road entlang in Richtung Mount Gambier und von dort nach Norden. Gregor fährt bis zum Einbruch der Dunkelheit und wir halten auf einem ziemlich unwirtlichen Rastplatz in der Nähe von Keith, South Australia. Glücklicherweise finden wir am nächsten Morgen im benachbarten Willalooka nicht nur eine Toilette, sondern auch eine kostenlose (warme!) Dusche.

Soviel Luxus hatten wir gar nicht erwartet – wir gehen den Tag ganz entspannt an und nehmen uns Zeit. Am späten Vormittag passieren wir Adelaide, kaufen noch einmal Lebensmittel und fahren weiter den Highway 1 entlang. Dieser führt größtenteil über eine Ebene am Golf von St. Vincent und dem Spencer Golf entlang. Gegen 4 erreichen wir Port Augusta und kaufen noch ein Bier für jeden von uns, denn wir wissen dass die Rastplätze von jetzt an immer unwirtlicher werden.

Gregor fährt noch soweit wie er kann und nachdem wir das erste Känguru am Straßenrand sehen, halten wir auch schnell an und machen uns nur schnell was zu essen bevor Kälte und Wind uns in den Van schicken. Die Sonne ist selbst nachdem sie untergegangen ist, noch lange zu sehen und wir freuen uns schon irgendwie auf den nächsten Morgen und die Landschaft, die vor uns liegt.
Wir finden dann heraus, dass wir auch in der 500 m entfernten Ortschaft Iron Knob hätten schlafen können – naja, schnelles Frühstück und weiter.

Wir fahren den Highway 1, der hier jetzt Eyre Highway heißt, in Richtung Westen und kommen durch kleine Getreideorte wie Kyancutta, Minnipa und Wirrula. Wir halten in manchen der Orte an und machen Rast – in Wirrula bekommen wir in der Schulbibliothek einen heißen Kaffee und schnacken mit den Bibliothekarinnen. Scheinbar halten nicht viele Reisende hier an und sie sind froh mal ein bisschen erzählen zu können.

Die Strecke ist extrem langweilig und wir wechseln uns mit fahren ab – es ist nur ein Vorgeschmack auf die Nullarbor und solche Dinge wie die 90 Mile Straight (144 km gerade Straße). In dem ziemlich abstossenden kleinen Ort Ceduna kauft Gregor nochmal Flip Flops in seiner Größe – seine anderen hatte er in Melbourne vergessen. Wir decken uns nochmal mit dem wichtigsten ein und fahren bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Nachdem wir am nächsten Morgen mitten im Nirgendwo aufwachen, fahren wir weiter bis zum Nullarbor Roadhouse – sozusagen die “Hauptstadt” der Nullarbor Plain. Wir frühstücken schnell und unterhalten uns mit ein paar staubigen Outbacktouris, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.
Der Highway ist hier nur wenige hundert Meter von der Steilküste der Großen Australischen Bucht entfernt. Wir halten an ein paar Plätzen an – die Aussicht ist atemberaubend – man fühlt sich als würde man am Ende der Welt stehen und vor sich sieht man nichts außer Ozean, soweit das Auge reicht. Irgendwo ganz weit weg ist auch sicher die Antarktis, aber man ist sich nicht wirklich sicher.

Vor dem Border Village verzehren wir noch all unser Obst und Gemüse, bevor wir durch die Quarantänestation nach Western Australia fahren. Am Ende der Nullarbor wartet der erste Hügel seit einigen tausend Kilometern auf uns und danach die 90 Mile Straight. Irgendwo dort schlagen wir auch unser Nachtlager auf und gehen früh ins Bett um morgens früh wach zu sein. Wir wollen endlich, endlich, endlich aus dieser Einöde raus!

Wir erreichen gegen Mittag des nächsten Tages das unspektakuläre Norseman und sehen die erste Kreuzung seit drei Tagen. Da wir schnell nach Perth wollen/müssen, wählen wir den nördlichen Weg und machen uns über Coolgardie auf in Richtung Westen. Wir sehen ein paar Salzseen und trockene Buschlandschaft, aber ansonsten nicht viel.
Ca. 100 km vor Southern Cross pausieren wir für die Nacht, bevor wir es am nächsten Tag endlich an die Westküste schaffen. Die Vegetation wird ein bisschen grüner und nach einem Abstecher über Guilderton fahren wir weiter bis nach Lancelin, buchen einen Platz in einem Caravanpark und verbringen den Nachmittag am Strand.

Wir hatten schon lange vorher ein Wohnungsgesuch auf Gumtree eingestellt und kontaktieren nun alle Leute, die uns eine Antwort gesendet haben. Leider wird eine eigentliche Zusage gecancelt und wir stehen ohne Bude da. In Fremantle angekommen fahren wir schnell in die örtliche Bibliothek und haben nach einer halben Stunde noch einmal zwei Termine für Wohnungsbesichtigungen.

Wir fahren zum ersten Haus, in einer kleinen ruhigen Nebenstraße in Fremantle, nur wenige hundert Meter vom Hafen entfernt. Als die Tür geöffnet wird und sich der Bewohner als Dom vorstellt, wissen wir eigentlich schon, dass das unser neues Zuhause ist. Nach einem kurzen Gespräch und vielen entdeckten Gemeinsamkeiten ist unser Einzug besiegelt. Der Trip von Ost nach West hat ein Ende gefunden.

Für die nächsten sechs Monate werden wir nun in Fremantle arbeiten und leben und finden hoffentlich auch die Zeit die Umgebung zu erkunden. Der hereinbrechende Winter lässt uns ein bisschen frösteln, denn das letzte Jahr waren wir Durchschnittstemperaturen um die 25 Grad gewohnt, aber wir mögen es hier. Fremantle gefällt uns auch besser als der große Bruder, Perth. Es ist ein relativ kleiner Küstenvorort mit kleinen, alten Häusern, kleinen Bars und Restaurants und vielen netten Leuten.

Wir fühlen uns wohl und halten euch auf dem Laufenden.

Hier findest Du mehr:

Mehr Bilder in der Slideshow:

gb

We relly don’t want to leave Melbourne but we have to as Greg is starting his job in Fremantle on the 15th April. We follow the Highway 1 south-west to Geelong and take a turn onto the Great Ocean Road. It is a Sunday and you can notice it – everybody’s on the road together with their families, cars and surfboards and the roads and parking spots on one of the most beautiful coastal stretches of Australia are crowded beyond recognition.

As we departed relatively late we don’t make it to the Twelve Apostles and decide to spend the night at Cape Otway. The road along the coast winds itself up the rocks and we seldomly can accelerate to more than 50 km/h. That is alright as it gives us the chance to look around and soak up the breathtaking scenery. We stop several times, sometimes for photos but more often to simply relax and breath in a bit of fresh ocean air.

The forests are very dense in this part of Australia and we want to see as much nature as possible before taking on the 2000 km through the Nullarbor (which means “no tree”). Passing through some light showers we arrive at Cape Otway in the late afternoon. It’s very windy but at least dry – we take a walk around the beach and watch the surf break on the steep rocks. The possibly most interesting part of the Great Ocean Road is waiting for us in the morning so we decide to go to bed early.

The sun has hardly risen as we decide to get up and have thick sandwiches for breakfast. From Cape Otway it’s not far until you reach the impressing sandstone formations of the Twelve Apostles and London Bridge. Of course we encounter a couple of tourists there as well but not that many – it’s a Monday in autumn and at least most of the backpackers decide to stay away rom that region now. We wander along the walkways and take lots of photos.

Gregor can hardly be stopped and has to explore every single track. That proves to be clever as he finds several interesting things – most prominently the Razorback near Loch Ard Gorge. All in all it definitely is stunning and we are very happy to to have decided to go to WA in our car. The rock formations alone almost make up for the thousands of kilometers.

Sadly we can’t stay there forever and so we drive on further on the now Not-So-Great-Anymore Ocean Road in the direction of Mount Gambier and head North from there. We’re driving until nightfall and stop at an unwelcoming rest area near Keith, South Australia. Luckily on the next morning we not only discover a toilet but also a free (warm!) shower in the adjacent Willalooka.

We didn’t expect those luxuries – we start the day fairly relaxed and take our time. We pass Adelaide in the late morning hours, top up our supplies and continue on Highway 1. The Highway here crosses a big flat along the St. Vincent and Spencer gulfs. Around 4 pm we arrive in Port Augusta and get a beer for each of us knowing that the upcoming rest areas won’t be very comfortable.

Gregor drives as long as possible and we get off the road as soon as we see the first kangaroo, have a quick dinner and retire into the van to avoid the cool. The sun is still visible even though it set quite a while ago and we’re somehow happily anticipating the next morning and the countryside ahead of us.
We discover later, that we could have spent the night in the neighbouring town of Iron Knob which was about 500 m away – never mind, quick breakfast and off.

We follow the Highway 1 which now is called Eyre Highway in westerly direction through little grain towns like Kyancutta, Minnipa and Wirrula. We stop in some of the towns for a break – we even get a coffee in Wirrula’s school library and hang around to talk to the librarians. It becomes obvious that not many travellers are stopping here and they are happy to have a chat about this and that.

The route gets really boring now and we have to change places driving the van – this is a foretaste of what is awaiting us on the Nullarbor and things like the 90 Mile Straight (144 km of straight road). Gregor buys a new pair of thongs in the pretty repulsive town of Ceduna as he forgot his other pair in Melbourne. We top up on some important things and drive until nightfall.

After waking up in the morning and finding ourselves in the middle of nowhere we proceed to the Nullarbor Roadhouse – you can probably call this the “capitol” of the Nullarbor Plain. We have a quick breakfast and chat with some dusted outback tourists before hitting the road once more.
The highway now is only a couple of hundred meters away from the steep coastline of the Great Australian Bight. We stop at a couple of places – the view is breathtaking – it feels like you are standing on the edge of the world and there is nothing but ocean as far as you can see. Far, far away there is probably Antarctica but one isn’t too shure about that.

Before approaching Border Village we quickly eat all our fruit and vegetables as we have to go through a quarantine station before getting to Western Australia. At the end of the Nullarbor the first hill in a few thousand kilometers awaits us and after that the 90 Mile Straight. Somewhere there we decide to park the van and go to bed to get up early the next morning. We finally, finally, finally want to leave this wasteland!

Around midday the next day we reach the very unspectacular Norseman and our first crossroads in three days. We want to/have to get to Perth rather quickly so we choose the road to the North and turn west after Coolgardie. We drive past a couple of salt lakes and dry bush country but there’s not much more than that.
About 100 km before Southern Cross we stop for the night before finally getting to the west coast the next day. The colour of the vegetation turns to green once more and, after a quick stint to Guilderton, we proceed to Lancelin, book ourselves into a caravan park and spend the afternoon at the beach.

Long before that we already posted an ad on Gumtree that we were looking for a place to live and are now calling all the people that replied. Sadly an essentially safe commitment is cancelled at the last moment and we are without a house. As we arrive in Fremantle we quickly head to the closest library and get two appointments for house viewings after half an hour.

We drive to the first house in a quiet side street of Fremantle only a few hundred meters away from the port. As the door opens and the occupant introduces himself as Dom we technically already have decided. After a short chat and many discovered common interests we decide to move in. Our trip from East to West found an end.

For the next six months we are going to live and work in Fremantle and hopefully are also finding the time to discover the surrounds. The approaching winter makes us feel a bit chilly as we were used to average temperatures of around 25 degrees for the best part of the last year but we still like it here. We also like Fremantle better than it’s big brother Perth. Compared to that it is a relatively small coastal suburb with old, little houses, bars and restaurants and lots of nice people.

We are at ease and keep you updated.

Read on:

More pictures in the slideshow:

0 comments
Submit comment