— immi and greg.

yangon. myanmar.

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Der Flug von Bangkok ist gebucht und so machen wir uns, an einem warmen Tag Anfang Januar, auf den Weg zur burmesischen Botschaft um unser Visum für Myanmar zu beantragen. Dort hat sich schon vor Öffnung eine riesen Schlange (viele, viele Ausländer) gebildet und wir durften nach “nur” zwei Stunden unseren Antrag und Pass abgeben. Dieser kann dann zwei Tage später abgeholt werden (günstigste Alternative). Wieder haben wir einen neuen Stempel im Pass – 28 Tage, das ist zur Zeit die maximale Aufenthaltsdauer mit einem Touristenvisum.

Nachdem wir unsere Pässe wiederbekommen haben, müssen wir noch schnell genügend neue, glatte, saubere US-Dollar besorgen, die wir in Myanmar zum Bezahlen von Unterkunft, Bahntickets und für bestimmte “Touristenattraktionen” brauchen werden. Ohne Pass konnten wir kein Geld umtauschen, der Bankautomat spuckt zu wenig aus und so ist der Abend vor unserem Abflug ausreichend hektisch.

Früh morgens um 7:30 hebt der Flieger vom Flughafen Don Muang ab und ca. eine Stunde später landen wir in Yangon.
Wir haben uns im Vorfeld keine großen Pläne gemacht, weil wir uns meistens vor Ort “inspirieren” lassen, Tips von anderen Reisenden bekommen und auch gern spontan sind. Allerdings sind die 26 Tage, die wir in Myanmar verbringen wollen eine sehr kurze Zeit um “alles” zu sehen (wie wir bald realisieren).

In Yangon finden wir schnell eine Bleibe. Im Vergleich zum Rest von Südostasien sind die Preise für ein Zimmer verhältnismäßig “teuer”, wurde uns gesagt. Wir zahlen im Pyin Oo Lwinn 2 Guest House 15$ und sind relativ überrascht – wir haben viel höhere Preise erwartet.

Was uns als erstes auffällt ist die überwältigende Freundlichkeit der Menschen in Myanmar – es wird so unglaublich viel gelächelt, wir sind ziemlich berauscht von der Atmosphäre. Durch unsere Größe, blonde Haare und Tattoos sind wir hier noch mehr eine Attraktion als in Malaysia oder Thailand – das kann allerdings auf Dauer auch anstrengend sein.

Leute wollen Fotos mit einem machen, man bekommt Geschenke, wird immer mit einem Lächeln begrüßt und mit viel Freude empfangen. Kommentar: Das mit der Freundlichkeit gilt unserer Meinung nach für fast jeden bis auf die Leute bei den Busunternehmen, Taxifahrer und die meisten Guesthouses. Persönliche Erfahrung.

Die ersten Tage verbringen wir mit zaghaften Erkundungsversuchen der Innenstadt und der burmesischen Küche. Ölige Curries, knusprige Samosas und starker Tee mit süßer Milch werden zu Grundnahrungsmitteln. Shan Nudeln (eine Nudelsuppe mit allerhand Sachen) avancieren schnell zum Standardfrühstück – von der ikonischen Mohinga (Frühstückssuppe) halten wir uns allerdings fern.
Gregor steht nicht so auf fischigen Geschmack und für Immi stellen Nudeln nur eine suboptimale Frühstücksalternative dar. Wir besorgen uns die lokale (fotokopierte) Version des alten Reisehandbuchs und fangen an zu planen.

So viel Auswahl! Und so wenig aktuelle Informationen – welche Busse, Bahnen, Fähren fahren noch, welche Regionen sind bereisbar und welche nicht? Zaghafte Informationen bekommen wir bei der staatlichen Tourismusagentur, das reicht aber für ein umfassendes Bild noch nicht aus.

Alles nicht so schlimm. Während wir versuchen uns einen Plan zu machen, trotten wir durch Yangon und saugen Eindrücke auf. Typische Dinge wie voll beladene LKWs die als Taxi fungieren, bröckelnde/zerbröselte Gehsteige, Staub/Dreck/Sand überall (Gregors Wunde am Fuss heilt während der gesamten Zeit nicht), Läden (ganze Straßen) für alles wovon man denken kann und überall Lächeln und Interesse (“Where do you come from?”) – leider ist das nach einiger Zeit auch zu normal geworden.

Das Nationalmuseum war nicht so der Kracher (keine Kamera, keine Tasche, alles ziemlich muffig) und so sind wir relativ schnell wieder an unserer Unterkunft. Am späten Nachmittag nehmen wir uns ein Taxi zum Tempel des liegenden Buddha. Dort kommen wir beim Rumlaufen ins Gespräch mit zwei jungen Typen, die angeblich Novizen und Waisen im anliegenden Kloster unterrichten.

Sie zeigen uns den Gebetsraum und ihre Küche und laden uns ein, die Kinder am nächsten Tag kennenzulernen.
Wir willigen ein und nach ein bisschen mehr Smalltalk werden wir dann auf einmal nach Geld gefragt. Wir sind überrascht, denn das war nie das Gesprächsthema. Als wir verneinen ist nichts mehr von der Freundlichkeit unserer Begleiter zu erkennen und wir machen, dass wir aus dem Tempel kommen.

Von dort laufen wir zu Yangons Hauptattraktion, der Shwedagon Paya (Pagode) – Magnet für Touristen aus aller Welt. Bis zu den Toren des Komplexes ein toller Fussweg, doch dann beginnt das Touristenprogramm. Junge Kinder verkaufen Plastikbeutel für die Schuhe für 20 Cent (barfuss ist ein Muss in buddhistischen Tempeln!). wir brauchen keine Tüte und wollen unsere Schuhe an den Rucksack binden – Gregor spielt daraufhin mit einem sechsjährigen Jungen und wenig älteren Mädchen Tauziehen um seine Sandalen. Alles wegen 20 Cent – mal sehen, was die Pagode bringt.

Nachdem wir die Eintrittsgebühr entrichtet haben (geht leider direkt an die Regierung) laufen wir umher und lassen uns von den goldenen “Türmchen” einlullen. So viel Gold und Glitzersteine überall. Es dauert eine Weile bis man sich einen Überblick von der Anlage verschafft hat und als wir irgendwann gehen, sind fast drei Stunden vorbei.

Immi lässt sich von einem Mann in Mönchskleidung (!) einladen, Wasser über den Kopf des Buddhas zu giessen (eine Geste von Respekt – hat sogar Obama gemacht, sagt er) und lässt sich ein bisschen etwas erzählen. Doch auch hier kommt nach dem ganzen Spass wieder die Frage nach Geld. Die 500 Kyat die wir ihm anbieten (ein Drittel des Tageseinkommens eines Arbeiters) werden aber als “Kindergeld” abgelehnt – wir beginnen zu zweifeln. Neuen Menschen gegenüber sind wir eigentlich immer offen, doch diese letzten Erlebnisse waren doch irgendwie unbefriedigend.

Wir verlassen die Pagode und die Menschenmassen, allerdings nicht ohne schnell noch über die Überwachungskamera an Aung San Suu Kyis Gebetsstelle zu schmunzeln. Die Unmengen an Bankautomaten die überall auf dem Tempelgelände zu sehen sind, machen uns nachdenklich. An der Bushaltestelle angekommen, wird unser Glauben an die Menschen in Myanmar dann doch wieder hergestellt, als uns ein junges Pärchen einlädt das Taxi zu teilen.

Nach einigen Tagen springen wir morgens für einen Dollar pro Person auf den Zug der Yangon Circle Line – in drei bis acht Stunden kann man mit diesem Zug einmal um Yangon fahren und wann immer man will ein- oder aussteígen. Die Fahrt ist sehr langsam, wir steigen für einen (angeblich tollen) Tempel aus, laufen ein wenig durch die Hitze, werden eher enttäuscht und warten dann unter einer Brücke neben der Bahnstation auf den Zug.

Ein kleiner Stand unter der Brücke verkauft Reis und Tee und wir sitzen lieber dort als auf dem Bahnsteig. Wir nehmen nur Tee, auch wenn die “Eigentümerin” uns immer wieder versucht Reis mit Gemüse auszugeben. Zurück auf dem Zug kommt uns der Gedanke, woher das Wasser für den Tee eigentlich kam – niemand hat ein Trinkwasserbehältnis gesehen…

Nach zwei Stunden kommen wir nach West-Yangon und steigen nochmal aus. Es ist später Nachmittag und Gregor hat sich in den Kopf gesetzt, heute wenigstens noch einen schönen Tempel zu sehen. Immi sieht wo das hinführt und bleibt in einer Teestube. Nach fast zwei Stunden und unzähligen Korrekturen der Wegbeschreibung ist da auch ein Tempel, aber nicht der, nachdem Gregor gesucht hatte. Auch gut – und da er im Kreis gelaufen ist, dauert es auch nicht mehr lang bis er wieder am Bahnhof ist.

Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof kommen wir noch ins Gespräch mit zwei jungen Burmesen die uns spontan noch eine kleine Tour geben. Überall in der Innenstadt öffnen abends kleine Teestände auf der Straße und wir ziehen von Ort zu Ort, lernen und erzählen von unseren Erfahrungen.

Das ist ein guter letzter Abend in Yangon denn am Vortag haben wir uns eine Busfahrkarte nach Mandalay besorgt – endlich haben wir einen Plan. Zumindest ansatzweise.
Am nächsten Tag, nach einem Ausflug zu Bogyoke Market (wie wir dachten – später fanden wir heraus, dass wir auf dem falschen Markt waren), nehmen wir uns am frühen Abend ein Taxi zum Busbahnhof Aung Mingalar. Wir handeln mit dem Taxifahrer 8.000 Kyat, ca. 8 USD, für die einstündige Fahrt aus (ja, Taxi fahren ist hier wirklich günstig) und fahren im Feierabendverkehr los.

Allerdings hat der Fahrer nicht mehr genug Sprit und wir müssen Taxi und Fahrer tauschen (Benzin ist nach Sonnenuntergang in Myanmar eher schwieriger zu bekommen). Im vollgetankten Taxi gehts los, allerdings nicht für lange, denn wir stehen im Stau und zwar fast eineinhalb Stunden. Am dorfgrossen Busbahnhof angekommen, ist der Preis auf einmal bei 10,000 Kyat – wir hatten mit dem neuen Fahrer keinen Deal gemacht. Da wir es nicht passend haben, bekommt er seine 2 USD Trinkgeld dann doch.

Ab in den Bus, Decken über den Kopf (es ist in Bussen und Bahnen immer kalt in Myanmar – richtig kalt), Kopfhörer aufgesetzt (man wird im Bus permanent von lokaler Musik und Filmen berieselt) und versuchen zu schlafen. Geht für insgesamt drei Stunden – die Temperatur, Lautstärke, der holprige Highway und einige Raststätten (alle müssen aus dem Bus raus) halten uns wach.

Mehr zu Mandalay im nächsten Post.

Mehr Bilder in der Slideshow:

gb

The flight from Bangkok was booked so, one warm day at the beginning of January, we are on our way to the Burmese Embassy to apply for a tourist visa to Myanmar. A big crowd of people (mainly foreigners) had already gathered in front of the building and after 2 hours we are “already” allowed to hand in our applications and passports. We can pick them up in two days (cheapest option). Once again a new stamp in the passport – 28 days, which is momentarily the maximum time you can spend in Myanmar on a tourist visa.

After we get our passports back, we quickly have to get a sufficient amount of new, smooth US-dollars to pay for accommodation, train tickets and certain “touristic sights” in Myanmar. Without a passport we were unable to change money, the ATM doesn’t produce the expected amount of money and so the evening before our flight becomes sufficiently hectic.

7:30 early morning our plane leaves Don Muang airport and is landing in Yangon approximately one hour later. We didn’t make any big plans prior to our arrival as we mostly try to “get inspired” when we get there, use tips from other travellers and like to be spontaneous. Although, as we realize shortly, the 26 days we want to spend in Myanmar are a rather short time to see “everything”.

We quickly find a room in Yangon. Compared to the rest of South East Asia we were told to expect relatively high prices. We are paying 15$ in Pyin Oo Lwinn 2 Guest House and are quite surprised – we expected it to be much more expensive.

The overwhelming friendliness is one of the first things that strikes us about people in Myanmar – there’s a lot of smiling being done here and we pretty much floated in this positive mood. Because of our size, blonde hair and tattoos we are much more of an attraction here than in Malaysia or Thailand – which can become a little annoying after a while.

People want to take photos of/with you, people give you presents, you are always greeted with a smile and welcomed warmly. Comment concerning the friendliness: This mainly is the case with everybody except for bus companies, taxi drivers and most of the guesthouses. Personal experience.

We spend the first days in Yangon with some easy explorations around the city center and leads to the discovery of Burmese food. Oily currries, crispy samosas and strong tea with a dollop of sweet cream are now our staple crops. Shan Noodles (a noodle soup with all kinds of things) is quickly crystallizing as the favourite first meal of the day – on the other hand we stay away from the iconic Mohinga.
Gregor doesn’t like the fishy taste and for Immi noodles for breakfast are an insufficient compensation of the real thing. We get ourselves one of the local (photocopied) version of the old travel book and start planning.

Too much to choose from! So little current information – which busses, trains, ferries are still going, which regions are open to foreigners and which ones are not? We get some faint-hearted answers from the Department of Tourism’s city outlet but that’s not really enough to get the full picture.

Nothing to worry about. As we are trying to come up with a plan, we trot through Yangon and soak up impressions. Typical things things like fully loaded trucks being used as at taxi, crumbling/crumbled sidewalks, dust/dirt/sand everywhere (Gregor’s foot wound doesn’t heal for the entire time), stores (whole roads) for everything you can think of and smiles and a keen interest (“Where do you come from?”) – sadly this has become much too normal after a while.

The National Museum wasn’t that good (no camera, no bags allowed, all pretty stuffy) and so we are quickly back at our guesthouse. We take a taxi to the temple of the reclinging Buddha later that afternoon. Once there we walk into a conversation with two guys that teach some novices and orphans in a nearby monastery…they say.

We are shown into the prayer room and the kitchen and invite us to meet the kids the next day. We are happy to do this and after some more smalltalk we are finally asked to “give some money”. That hits us unprepared as there was never the talk of any money. Once we are able to make them understand we are not going to give any, the friendliness of our companions quickly dissipates and we are getting out of there.

We set out on foot to see Yangon’s main attraction, Shwedagon Paya (pagoda) – magnet for tourists from around the world. Nice walk until we get to the gates to the complex. Now the tourist program stars. Young children sell plastic bags for your shoes for 20 cents (being barefoot is a must in buddhist temples!). We don’t need a bag and are about to attach them to our backpack – what brings Gregor face to face with a six year old boy and a little girl of similar age. They’re in for a serious tug-of-war using his sandals. All over 20 cents – let’s see how the pagoda is.

After we handed over the cover charge (sadly goes doírectly to the government) we slander around and are lulled by the golden “towers”. So much gold and glittering stones around. It takes a while to orientate yourself and as we are finally leaving we spent almost three hours there.

Immi is happy to be invited by a man in a monk’s outfit to pour water of the Buddha’s head (a gesture of respect – even Obama did it, he says) and talks with the guy for a while. But once again, after all the talking is done, there is the question for money. The 500 Kyat we offer (a third of a labourer’s daily income) are turned away as “kid’s money” – we are having our doubts. We are pretty open towards new people but those recent encounters have been somehow unsatisfactory.

We leave the pagoda and tons of people behind but not before having a quick peek and a smirk about the CCTV camera above Aung San Suu Kyi’s place of prayer. The enormous amount of ATMs visible everywhere in the temple complex are worrying us. Arriving at the bus station we are sure that all is not lost as a young couple invites us to share a taxi.

After a few days we jump on the Yangon Circle Line one morning for a dollar – you can go around Yangon in three to eight hours in this train and hop off and on whenever you like. The ride is very slow, we get off the train for a (suppsoedly exquisite) temple, walk through the heat for a while, are rather disappointed and are waiting for our train under a nearby bridge.

A little stand under the bridge sells rice and tea and we rather sit there than in the train station. We only order some tea although the “owner” always tries to invite us for some rice with vegetables. Back on the train we think about where the teawater came from – nobody saw any signs of drinking water…

After two hours we arrive in West-Yangon and get off once again. It’s early afternoon and Gregor really wants to visit at least one nice temple today. Immi can see where this is going and decides to wait in one of the tea shops. Two hours and a couple of corrected directions later there finally appears a temple, but just not the one he is looking for. Not too bad – and as he walked in circles it doesn’t take long and he’s back at the train station.

On our trip back to the main station we run into two young Burmese guys who spontaneously invite us on a small tour. Everywhere in the city center little tea stands are popping up and we move from place to place, learning and chatting about our experiences.

This is a great last evening as we bought a bus ticket to Mandalay the day before – finally we have a plan. At least some fragments.
The following day, after a short trip to Bogyoke Market (as we thought – later we found out that we were on the wrong market), we jump into a cab in the late afternoon to Aung Mingalar bus station. We agree at 8,000 Kyat, around 8 USD, with the taxi driver for a drive lasting around one hour (yes, taxis are really cheap here) and head off in the evening rush hour.

But it turns out that our driver is running out of gas and we have to change taxi and driver (petrol is hard to come by after sunset in Myanmar). In a cab with a full tank we set out again but also not for long as we get stuck in gridlock for almost one and a half hours. Arriving at the village sized bus station the price suddenly jumped to 10,000 Kyat – we hadn’t agreed on a new deal with the new driver. As we don’t have small cash he finally gets his 2 USD tip.

Into the bus, blankets over your head (it’s always cold in Myanmar’s busses and trains – really cold), heaphones on (you are permanently bombarded by local music and movies) and try to sleep. Works for about three hours – temperatures, noise levels, the bumpy highway and plenty of roadhouses (everybody get off the bus) keep us awake.

More on Mandalay in the next post.

More pics in the slideshow:

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